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Im Dezember 2012 hat die kanadische Regierung das Gesetz Bill C-45 „Job and Growth
Act 2012“ ratifiziert, das indianisches Land für ausländische Investoren insbesondere aus
Asien, Europa und China öffnen wird. Bestehende Umweltschutzstandards werden auf ein
Minimum gesenkt. Landrechte werden neu vergeben, der Abbau von Rohstoffen wird erleichtert
und der Artenschutz gelockert.
Weitere Gesetze sollen die Stammesstrukturen der indianischen Gemeinschaften aufbrechen
und das Reservatsland in Parzellen für die einzelnen Stammesmitglieder aufteilen,
so dass es auch von einzelnen veräußert werden kann und so für die Gemeinschaft als
Ganzes verloren ist. Es gibt bereits konkrete Pläne, die Reservate zu Kommunen umzustrukturieren,
die für alle Kanadier und auch internationale Wirtschaftsunternehmen zugänglich
sind und in denen die kanadische Gesetzgebung gilt. Der Status des Ureinwohners mit allen
angestammten Rechten, der die Indianern Kanadas besonders schützt, soll aufgehoben
und die First Nations zu „Aboriginal Canadiens“ werden."
„Idle No More“ lautet der aktuelle Slogan der Indigenen in ihrem Kampf gegen die Aufhebung der
Grundrechte der kanadischen Indianer und den Ausverkauf ihres Landes. (aus gfbv.de)

Im Sommer 2012 und weit umgeben von endloser Natur verbrachte ich zwei Monate im
Reservat der English River First Nation im nördlichen Saskatchewan/Kanada.
In der Abgeschiedenheit mitten unter ihnen wurden die globalen Verwicklungen und aktuellen
Probleme der dort ansässigen Cree, Dene und Metis bedrückend deutlich: verlieren sie den Kampf
gegen die Politik, werden auf der Straße durch ihr Reservat für die nächsten 20 Jahre täglich
bis zu 40 Tracks den Atommüll Kanadas in die ca. 100-150 km entfernt liegenden Gebiete
ihres Stammes transportieren und dort einlagern.

Ohne auf den bei dieser Thematik üblichen sozialkritischen Blick zu beharren, vermitteln
die Bilder eine ganz persönliche Stimmung und die Ambivalenz, Gleichzeitiges und
Widersprüchliches aushalten zu müssen. Teile persönlicher Briefe berichten im Rückblick von der
Alltäglichkeit einer verschwindenden Zeit.




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